Normandie

Auch der Sommer 2021 bescherte uns allen noch eingeschränkte Urlaubsmöglichkeiten und so wurde unsere Grönlandreise zum zweiten Mal abgesagt und wir entschlossen uns, einen Campingurlaub in der Normandie zu machen.

Anreise
Normalerweise braucht der Anreisetag nicht extra erwähnt zu werden, aber diesmal möchte ich ihm den Title „Durch vier Länder an einem Tag geben“. Ein Teilstück der Autobahn bei Saarbrücken war gesperrt und unser Navi führte uns entgegen der Umleitung auf einer anderen Autobahn weiter. Naja, das Navi wird es schon wissen, war unser erster Gedanke, aber als der Umweg dann immer größer wurde, war es dann auch schon zu spät umzudrehen. Und so reisten wir also von Deutschland über Luxemburg und Belgien nach Frankreich.
Als uns Richtung Paris das Navi dann wieder weg von einer Autobahn mit peage (Maut, bezahlen) leiten wollte, schwante uns der Grund des Umweges: Aufgrund eines Totalabsturzes des Navis einige Tage vorher war die Einstellung Maut vermeiden eingestellt. So hatten wir uns zwar ein paar Euro gespart, aber dafür Benzin und Zeit verschwendet. Blöd.

Die Gärten von Monet
Nach unserer ersten Nacht am Campingplatz 3 Rois fuhren wir zu dem nahegelegenen Haus und Garten vom Maler Claude Monet. Sein Garten ist ganz hübsch anzusehen und in seinem Haus sind auch einige seiner Bilder ausgestellt.

Auf dem Weg zu den Gärten kamen wir in Venon vorbei.

Chene d’Allouville – Jumieges
Der nächste Sightseeingpunkt ist die Abbey in Jumieges. Das Bizarre an dieser Abbey ist, dass die Franzosen sie nach der Französischen Revolution einfach als Steinbruch verwendet haben. Die Ruinen sind also mal nicht durch Krieg entstanden, sondern einfach, weil man die Steine für was anderes benötigt hat.
Doch bevor wir zur Abbey kamen, schauten wir uns noch eine ca. 1200 Jahre alte Eicbe in Allouville an, in die eine Kapelle gebaut wurde.

Unser Campingplatz bei der Abbey hieß Camping de la foret und war ganz hübsch im Schatten unter Bäumen gelegen.

Veules-les-Roses
Dem Reiseführer nach ist der Ort ein schönes Künstlerdörfchen an der Küste. Offensichtlich will man dort aber keine Wohnmobile haben, denn alle zugänglichen Parkplätze sind höhenbeschränkt – dank der vielen Wildcamper hat die Stadt wohl hier eingeriffen und diese Barrieren errichtet. Danke. Wir fanden dann nach langem Suchen und per Zufall einen Parkplatz für Wohnmobile und am Ende war es gar nicht so weit in den Ort. Veules-les-Roses ist ein netter Ort, aber nichts besonderes. Es gibt eine hübsche Mühle dort.

Etretat
Auf dem nächsten Campingplatz Le Rivage in Yport blieben wir 2 Nächte. Der Platz hat eine schöne Aussicht auf’s Meer und die Steilküste, ansonsten braucht man sein eigenes Klopapier und Seife und er ist in die Jahre gekommen. Vorteil: Von dort startet die ca. 10km lange Wanderung entlang der Steilküste nach Etretat. Der Weg ist wirklich sehr schön, aber auch sehr anstrengend. Es geht 3x ziemlich steil bergauf und bergab auf schmalen Trampelpfaden und der letzte Anstieg müsste so um die 145 Höhenmeter sein – der hat mir fast den Rest gegeben, so steil war das. Man wird aber immer wieder von tollen Ausblicken auf die Steilküste belohnt und am Ende dann auch auf den Bogen von Etretat.

Was unbedingt zu bedenken ist, ist der Rückweg. Wenn man fit genug ist, kann man sicher den Weg wieder zurück gehen. Für uns allerdings war dies keine Option und wir wollten ein Taxi zurück nach Yport nehmen. Theoretisch gab es auch einen Taxistand und die Touristeninfo gab uns auch eine Nummer, aber ganze 3 Stunden lang war weit und breit kein Taxi zu erreichen. Und der Bus nach Yport fährt entweder um 14.19 – welchen wir knapp verpasst hatten oder erst wieder um 17.57 Uhr…blöd. Also drückten wir uns 3 Stunden im hässlichen Etretat herum, es war kalt, voll und Hunger hatten wir eigentlich auch keinen. Und zurücklaufen war wie gesagt keine Option, da mir alles weh tat.

Lisieux – Caen
Nach der anstrengenden Tour fuhren wir heute weiter nach Lisieux, um uns dort eine der jüngsten Basilika Europas anzusehen. Sie wurde um 1900 erbaut zu Ehren von Therese…oder so…sie war beeindruckend, da auch die Bilder im Inneren alle aus kleinen Mosaiksteinchen war.

Zum Abschluss des Tages gingen wir noch in das Memorial in Caen – ein ganz gut gemachtes Museum über die Landung der Alliierten und eigentlich der ganzen Kriegsgeschichte kurz ab dem 1. Weltkrieg, aber hauptsächlich natürlich der 2. Weltkrieg.

Am Campingplatz „de la Mer“ verbringen wir 2 Nächte und legen einen Strandtag ein.

Gold Beach – Arromanches – Bayeux

Die nächsten Tage verfolgt uns immer mal wieder der 2. Weltkrieg. Nach dem theoretischen Teil im Museum in Caen schauen wir uns also den Gold Beach an. Dort und an den anderen Stränden sind die Alliierten 1944 gelandet und haben Europa von uns Deutschen befreit. Die anderen Strände, wie z. B. der Sword Beach, der berühmte Omaha Beach oder Utah Beach sind einfach nur Strände, aber am Gold Beach sieht man noch die Reste der Landungsbrücken im Meer.

Auf dem Weg zum Omaha Beach besichtigten wir das Overlord Museum, was mir weitaus besser gefallen hat, als das Museum in Caen, da dort auch einige Fahrzeuge ausgestellt waren.

Gleich in der Nähe gibt es den US Soldatenfriedhof und unweit davon natürlich den Omaha Beach.

Die Nacht verbringen wir in Bayeux an dem Campingplatz Edges of Aure, der liegt sehr zentral und wir sind mit den Rädern in den Ort zum Essen gefahren.

Sainte-Mere-Eglise – Tatihou – Phare de Gatteville

An der Kirche in Sainte-Mere-Eglise hängt heute noch ein Fallschirmspringer 😉 Damals wurde er erst nach einigen Stunden befreit, denn darunter waren überall Deutsche und um nicht entdeckt zu werden, verhielt er sich eben ruhig, bis sie weg waren.

Die Insel Tatihou an sich ist kein besonderer Fleck, allerdings der Weg dort hin. Man kann entweder durchs Watt wandern oder mit einem Frogmobil fahren. Leider war beides für uns nicht möglich, da wir an einem Sonntag dort waren und ein Musikfestival auf der Insel stattfand. Es waren alle Bootsfahrten ausgebucht und rüberlaufen hätten wir auch erst 6 Stunden später können. Was soll’s. Frogmobil sind wir in Island gefahren und Watt hatten wir genügend letztes Jahr an der Nordsee. Also sind wir aus diesem Trubel wieder weitergefahren Richtung Leuchtturm de Gatteville.

Cherbourg – Cap de Hague

Eigentlich wollten wir Cherbourg vermeiden, es ist ziemlich hässlich. Nichtsdestotrotz sind wir in das Museum Cite de la Mer gefahren – und ein Besuch dort ist wirklich lohnenswert. Ein wirklich sehr gut gemachtes Museum rund um den Ozean. Außerdem war in Cherbourg die letzte Station der Titanic, ehe sie knapp 4 Tage später unterging. Das haben sie ganz nett in einem Museum dargestellt.

Ein weiterer Teil ist das Aquarium, was auch sehr gut gemacht ist – zwar können einem die einen oder anderen Fische in den Aquarien dort leid tun, aber schön anzusehen ist es.

Der letzte Punkt in dem Museum ist das Atom-U-Boot.

Nach dem Museum fahren wir Richtung Cap de Hague.

Wir verbringen 2 Nächte auf dem Campingplatz Bel Sito und genießen den schönen Sonnenuntergang über den Dünen und dem Meer.

Dunes d’Hattainville – Barneville

Vom Campingplatz aus könnte man eigentlich schön mit dem Fahrrad zu den Dünen von Hattainville fahren und auch anschließend in den netten Ort Barneville. Wir sind es auch mit dem Rad gefahren, doch haben wir an vielen Stellen das Rad lieber geschoben. Fahrradfreundlich ist Frankreich nicht und wenn man nicht auf der Hauptstraße fahren will, nimmt man eben Nebenstraße-/weg – in unserem Fall ein mit größeren Schottersteinen ausgestreuter Weg, der mir persönlich das Fahren zu gefährlich machte und ich lieber das Rad schob.

Es ging dann an der Hauptstraße nach Barneville – hinwegs bergab…da freut man sich ja schon auf den Heimweg – ich mehr, dank meines eBikes 😉

Normannische Schweiz

Wir verlassen die Küste von Frankreich und fahren Richtung normannische Schweiz. Landschaftlich ist sie in der Tat etwas anders als der Rest des Landesinneren.
Eine kleine Rundtour führt uns durch die engen Gassen der normanischen Schweiz und bringt uns an die schönsten Aussichtspunkte der Route „La swiss normande

Während der Tour kommt man auch am Roche d’Oetre vorbei. Ein Fels, der bei genauerer Betrachtung wie ein menschliches Gesicht aussehen soll.

Falaise
Unser letztes Ziel für unseren Normandie Urlaub ist Falaise. Hier hat sich Wilhelm der Eroberer eine nette Burg hingebaut.
Wir übernachten quasi fast mitten in der Burg, der Municipal Campingplatz liegt unterhalb der Burg.

Fazit
Man kann die Normandie eigentlich zusammen mit der Bretagne abarbeiten, dass macht viel mehr Sinn. Die schönesten Sehenswürdigkeiten sind an der Küste, das Landesinnere ist ähnlich wie bei uns und Bedarf aus meiner Sicht keine große Aufmerksamkeit.
Auf unserer knapp 2-wöchigen Tour sind wir an die 4.500km gefahren. Gerne hätten wir uns Jersey angeschaut, da von Granville aus eine Fähre auf die Insel geht, doch leider waren die coronabedingten Einreiseregelungen für uns zu kompliziert, so dass wir das irgendwann anders mal machen.

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